Do's and Don'ts and Characteristics

Metro

In der Metro ist es toll. Hier trifft man immer auf kuriose Leute. Vor mir sitz ein Mann mit einem riesigen Ochsenring durch die Nase, ansonstens sieht er aber eher unscheinbar aus, bis auf die gelbe Regenjacke, die mich an Paddington Bär erinnert und was macht der junge Mann in der Metro? Er strickt. Neben ihm sitzt ein orthodoxer Jude, der seinen Hut feinst säuberlich in eine Einkaufstüte gepackt hat, so dass es aussieht, als trage er einen Plastiktüten Hut.

Ha und sogar hier, werde ich von eurer nervigen "Gender-Diskussion" erwischt. Mir fällt auf, dass die Informationen während der Fahrt immer von einer freundlichen Damenstimme angemerkt werden, der Warnhinweis, dass man von der Tür wegbleiben soll allerdings wird von einem sehr väterlich klingenden Mann gerufen: "Stand clear from the closing doors!"

Jawohl! Wenn der Papa was sagt, dann wird das gemacht. 

 

 

Jahrmarktgeruch

Wenn ich in Zukunft in Deutschland auf einen Jahrmarkt gehe, werde ich nie wieder so auf einen Jahrmarkt gehen können, wie in der Zeit bevor ich New York kennengelernt habe.

Wenn man hier durch die Strassen geht und an bestimmten Stellen die Augen schliesst, könnte man meinen man wäre auf der Dippemess. An vielen Ecken stehen kleine Büdchen an denen sie gebrannte Mandeln verkaufen und dieser typische Duft steigt mir sofort in die Nase  und mein Hirn bildet die Brücke "Jahrmarkt" im Hintergrund hört man die Sirenen der Polizei und Feuerwehr, die so klingen wie die merkwürdigen Geräusche, die die grossen Knöpfe an den Kinderkarussels immer von sich geben und wenn es nicht nach gebrannten Mandeln riecht, oder klingt wie ein Kinderkarussel riecht es nach gebratenem Gyros. Ich finde es riecht wie Gyros. Hier sind überall so Fleischbüdchen ich glaube sie heissen "Halal" oder so die gewürztes Fleisch verkaufen. Im Prinzip sowas wie unsere Dönerbuden nur auf Rädern.

New York ist ein riesiger Rummelplatz.  

Montag

Ich hasse es in Frankfurt ja schon, wenn Daniel und Alex in der Mittagspause einfach so über die rote Ampel rennen, aber hier ist das normal. Egal ob "stop" oder "go" man geht einfach. Am Anfang komme ich mir noch superdreist vor, dass ich einfach so da bei rot über die Strasse renne, aber heute nach einem halben Tag in der Stadt, ist das wohl eine meiner leichtesten Übungen, ich hab mich sogar schon dreimal getraut über die gruseligen Gitter zu laufen. Mein erster Weg heute führt mich sicher den Broadway Downtown und was ich wirklich genial finde, sind die rauchenden Riesengullis überall, die auch wieder irgendwie an ACME Filme erinnern.

Ich würde am liebsten alles fotografieren und aufschreiben, weshalb ich die ersten Stunden aussehen muss wie eine New Yorker Politesse, die am Strassenrand steht und Dinge notiert, nur dass ich hier keine Strafzettel verteile.

In einem Laden der "Antique Orange" heisst und an der Ecke Franklin Street ist finde ich die Stiefel, die mir so gut gefallen haben. Ich mutiere also zu einer richtigen Frau! Das ist soo cool! Ich shoppe! Shopping! Ich!! Jawohl. Aber heute nicht, deshalb merke ich mir wo der Schuhladen ist.

Irgendwann komme ich dan am City Hall Park an und begreife, dass das Gebäude, was mir so unglaublich gut gefällt einen Namen hat: Woolworth Building.

Früher als Teenies haben wir immer gesagt, wenn Du mit tollen Kerlen ins Gespräch kommen willst, solltest Du auch als Nichtraucher immer ein Feuerzeug einstecken haben.

In New York braucht Du nur eine Map. Ich stehe an der Fulton Ecke Nassau und versuche mich zu orientieren, da spricht mich ein gutaussehender junger Amerikaner an und fragt mich auch schon, ob er mir helfen kann, dummerweise weiss ich tatsächlich das erste Mal in meinem Leben wo ich bin und mein Stolz verbietet es mir so zu tun als bräuchte ich hilfe.

Trotzdem: I love New York

Am 17 Pier schaue ich mich um und so langsam beginne ich den Sinn des Satzes: Die Stadt der Städte oder diese Stadt pulsiert zu verstehen.

Ich habe mich glaube ich schon lange nicht mehr so friedlich gefühlt.

Leider haben die Museen Montags fast alle geschlossen, also kann ich mir heute nicht die Schiffe ansehen und ich sitze erstmal ganz lange in der Sonne am Pier und gebe mir Zeit zu realisieren, dass ich Urlaub habe, in New York bin und Zeit mit meiner Julia verbringen darf.

Das New York ein "Melting Pot" ist merkt man auch ziemlich schnell und zwar an all den Freaks und Psychos, weshalb ich mich hier sehr heimisch fühle. In fast jeder Strasse gibt es eine "Psychic Jessica" oder "Psychic Anna", wo man sich die Zukunft oder das Wetter der nächsten Tage voraussagen lassen kann.

Mittags esse ich mit Julchen Panini in ihrem Lieblingscafé und dann will ich erstmal heim. Ich bin ehrlich gesagt sehr müde vom viele Laufen und will die Schuhe wechseln. Am Washington Square biege ich falsch ab und lande in der Christopher Street. Das ist auch so wunderbar hier, egal welchen Plan ich hatte oder wo ich rauskomme, alles ist so schön in meinen Augen, das keine Abbiegung eine falsche Abbiegung war. Eigentlich so wie immer im Leben, alle Dinge die passieren, passieren aus einem guten Grund.

Und plötzlich stehe ich iin der Sullivan Street, wie in dem guten alten "Counting Crows Song": Took the way home, that leads back to Sullivan Street.

Heute Abend geht's in die Metropolitan Opera und wir sehen uns "Il Barbiere Di Siviglia" an, weshalb ich jetzt gerade überlege, ob ich jetzt los soll Richtung "Central Park" oder lieber noch einen Moment ausruhe.

Also ich bin dann entlang des Broadway uptown gelaufen und habe irgendwann auf die Park Ave gewechselt. Durch Zufall habe ich das FlatIron Gebäude gefunden und jetzt, nach dem Abendessen sind Julia und ich einfach nur platt. Ich war heute das erste Mal im "Whole Food" für uns einkaufen, weil ich Julchen was gutes kochen wollte wenn sie aus dem Büro kommt und da wäre ich fast tod umgefallen.

"Wholefood" ist unglaublich, ich verstehe jetzt auch warum unser Meisterkoch aktuell in New York unterwegs ist, überhaupt verstehe ich jetzt so langsam einiges und noch viel mehr. Also in New York wird niemand gezwungen sich ungesunden Scheiss reinzufahren, im "Wholefood" gibt es alles. Ich komme in die Gemüseabteilung und möchte am liebsten ein vegetarisches 5 Gänge Menü für Julia kochen. Die Auswahl ist gigantisch, frisch, lecker ausgelegt, einfach toll. An der Kassenschlange angekommen wundere ich mich noch über den komischen Bildschirm der ständig Zahlen ausruft und "registred" sagt, bis ich begreife, dass man gesagt bekommt, an welche Kasse man gehen muss. Toll! Schon wieder ist einfach alles toll. Wenn man beim Gemüse die Tüten abzieht, dann rollen die so an einer Vorkehrung entlang, dass sie exakt an der nächsten Tüte ganz ordentlich abgestreift werden. Auch toll!

Ausserdem bin ich ganz knapp meinem ersten Heiratsantrag entgangen. Ein orthodoxer Jude kam lächelnd auf mich zu und fragte: "Are you jewish?" als ich verneine sagte er: "Schade, schönen Tag noch!" und geht. Hier nicht angequatscht zu werden ist unmöglich. Die wollen mit dir reden, alle.

Toll.

Jetzt sind wir vollgefressen und eigentlich zu faul uns für die Oper fertigzumachen, aber das lassen wir uns nicht entgehen.

Do's and Don'ts

Ich hasse ja do's and don'ts. Dinge, die man nicht machen soll, weil man sie nicht macht, finde ich umso interessanter und vor allem Frage ich mich immer, wer ist eigentlich dieser "man" der das nicht machen soll, ich kanns ja wohl nicht sein, ich heisse nämlich Jessica.

Kleine Sünden bestraft der liebe Gott trotzdem zuerst und so ist es passiert, am Samstag Abend in New York, als ich meine erste echte Begegnung mit einer Pfütze des Grauens habe. New Yorker Pfützen sind sehr unscheinbar und offenbaren ihre Tiefgründigkeit meist erst, wenn man den Fehler gemacht hat fröhlich hineinzuspringen. Dann öffnen sie ihren bösartigen Schlund und verschlingen dich in ein tiefes Loch. Wenn es keine Pfützen gäbe, wäre die vermissten Rate in New York sicherlich sehr viel geringer.

Also merken! Grosses DON'T!! Springe nicht in New Yorks Pfützen!!!!

Die Löcher hier in den Strassen sind verdammt gross und es kann passieren, dass Du knietief in der Scheisse steckst.

Meine Favorites von NY Feb 2008

Headphones to have:

www.skullcandy.com

Bag to wear:

Leather Scottie Baby Fluffy Bag

www.juicycouture.com

Musicalbum to buy:

Plain White T's

  

Shoes to wear (Sugar Boots):

http://www.shopping.com/xGS-sugar_boots

Livemusic Club to go:

Crash Mansion

www.crashmansion.com

Club to go:

Piano Bar

http://www.pianosnyc.com/shows.html

Burger to eat:

Corner Bistro

http://nymag.com/listings/bar/corner_bistro/

Museum to see:

(actually all)

http://www.metmuseum.org/

 

Clothes to buy:

Forever21

www.forever21.com

Water to drink:

Vitamin Water Tropical Citrus

www.vitaminwater.com

Bar to go:

Beauty Bar

http://www.beautybar.com/

Brasil Waxin' und French Manicure

 


Die Amerikaner sind ja total verrückt nach French Manicure und Brasil Waxing. Julias Praktikantenkollegin, die ebenfalls neu nach New York gekommen war, sagte ihr, dass schwierigste am Umziehen wäre ja den passenden Spa zu finden und ob Julia damit auch so Probleme hatte.


Julia verneinte schulterzuckend und da nahm das Horrorkopfkino seinen Lauf. Durch eine todesmutiges “Ich mache das zu Hause selbst” konnte sie gerade noch das archaische Kopfkonstrukt der haarigen, deutschen Wallküre aus den Synapsen der verstörten Amerikanerin in die Flucht schlagen Puh. So entstehen Clischées.


Blueroom NY

Was mich bisher am meisten an NY fasziniert ist die Konsequenz der Strassen hier. Sicher gibt es in Frankfurt verschiedene Viertel, aber es ist nicht so beindruckend wie hier.

Hier gehst Du eine Strasse entlang und als habe man eine andere Kulisse in den Blueroom eingeblendet wechselst Du von total chaotisch buntem, blinki blinki Chinatown in ein ganz ruhig, mediteranes Italia. Das ist unglaublich.

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