American Museum of Natural History

American Museum of Natural History


Da ich meinen Kuli zu Hause vergessen habe, kaufe ich mir notgedrungen einen im AMNH.

Die kosten hier 4.28 $ und deshalb entschliesse ich mich natürlich den schönsten ausszusuchen.

Ich hab jetzt einen pinken mit nem kleinen Dinosaurieraquarium hinten dran, wo ein kleiner Tyrannosaurus gefährlich hin und her rennt, je nach dem wie man den Kuli hält.


Ich bin mit der 6 vom Astor Place uptown bis zur 77ten gefahren und den Rest gelaufen.

Mein erstes Mal “Central Park” live und sogar fast in Farbe, leider ist das Wetter so scheisse, dass ich es nicht geniessen kann, aber das macht mir garnichts. Meinen ersten Squirrel Freund lerne ich auch kennen. Süss sind die kleinen frechen Kerlchen.


Ich bin ja eigentlich kein Freund von Plänen und Struktur, aber da hier in Amerika ja irgendwie alles mindestens fünfmal so dimensional ist, wie bei uns,versuche ich mich an der Karte des Museums zu orientieren.


Ich alleine, tagsüber im Museum.

Das ist so toll, so angenehm. Ich kann überall so lange bleiben wie ich mag und muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn mich ein Teil überhaupt nicht interessiert.

Mir fällt auf, dass ich zu Hause gerne Dinge abharke ohne bewusst dabei zu sein, aber jetzt wo ich Urlaub habe, fällt mir das auf einmal ganz leicht. Ich mache mir bewusst: Kind du hast den ganzen Tag hier, also mach was Du möchtest.


Also starte ich im 2nd floor in der “Akeley Hall of African Mammals” wo ich mir die vielen lustigen Masken uns Skulpturen ansehe und mal schauen will, ob ich ein Ebenbild der kleinen Skulptur finde, die ich im Wohnzimmer stehen habe.


Die perspektivischen Zeichnungen in den Schaukästen sind wundervoll. Wenn ich zuviel Geld hätte würde ich mir auch so einen Guckkasten bauen lassen, mit einer schönen Fantasywelt mit Einhörnern und Elfen zum Träumen. Das ist eh besser als Fernsehen.


Manche der Kästen erinnern mich ein bisschen an die Suchbilder aus der “Hörzu”. Laut der Anzeige im “Birds of the Congo Forest” sollen 51 verschiedene ausgestopfte Vögelchen zu sehen sein, aber ich sehe gerade mal 20 beim ersten Hingucker.


Die “Stout Hall of Asien People” ist riesig. So einen Teil gibt es im Senkenberg Museum überhaupt nicht.


Man kann allem etwas positives abgewinnen, sogar verstorbenen Freunden und Angehörigen.

Und seit ich hier in dem Asien Teil bin gehe ich also Hand in Hand mit Danny durch das Museum und bin einfach nur glücklich. Wir schauen uns die filigran bestickten Kostüme an, die uralten Tambouras, Saruds und Richaks, die Teppiche und ich muss lachen, weil einige Schaufenster sehr aussehen, wie Dannys Wohnung.


Ich merke wie ich immer öfter versuche alles gesehene mit der Kamera festzuhalten.


Bianci ! Hier ist ein riesiger Teil mit wunderschönen Tangkas. Überhaupt ist der Tibetteil mit besonders schönen Dingen bestückt. Alles ist wunderschön. Mir fällt irgendwie kein anderes Wort dafür ein.


Über die Halle der “Asien Mammals” geht es dann hoch in den 3rd floor. Da ich die Karte falsch gelesen habe, dachte ich bis zu diesem Zeitpunkt, das Museum hätte 2 Stockwerke.


Yo Jessi! 2 Stockwerke in Amerika. Da man die Karte aber rumdrehen kann entdecke ich durch Zufall, dass das Museum 4. Stockwerke hat und ich werde ganz nervös bei dem Gedanken, dass noch viel mehr Schönes kommen wird.


Also 3rd floor “Reptiles and Amphibians”.


In einem Schaukasten ist ein Model aufgebaut “How to get bitten by a snake”, bei dem Anblick darüber muss ich irgendwie innerlich grinsen. Die Amis, süss sind sie. Ja mittlerweile sage ich ganz liebevoll: “Süss sind die” und nichtmehr “Die spinnen die Amis” man kann sagen was man will, dieses Museum haben sie mehr als ästhetisch gestaltet, so dass man einfach gerne durchgeht und nochmehr sehen will.


Mir kommt der Gedanke doch mal etwas systematisch zu machen also nutze ich die Chance und gehe in den 4th floor um von oben nach unten weiterzugehen.


Und schwuppdiwupp bin ich im 4th floor “Ornithischian Dinosaurs”, dann “Primitive Mammals” und “Milstein Hall of Advanced Mammals” und ich sehe eine Oase.


Da vorne ist das “Water Café” und für mich ist es Zeit für eine Mittagspause.


Wir hatten heute morgen kein Brot mehr, weshalb ich mir keinen Sandwich eingepackt habe, so wie ich es eigentlich vor hatte, also esse ich einen “American Cheese Sandwich” und trinke eine "Diet Coke".


Mir fällt auf, dass viele von den Amis Chips zu ihrem Sandwiches essen. Entweder sie legen sie auf ihre Sandwiches drauf oder essen sie dazu, oder aber sie essen einfach nur Chips, naja aber Hauptsache “diet coke”. Moment mal, wir hauen uns die Chips rein, nachdem wir gegessen haben? Das ist viel dümmer, denn man könnte das ja dann fast schon als drei Mahlzeiten rechnen und so haben die nur eine, zumindest wenn sie sie als Lunch pur essen.


Durch den “Wallach Orientation Center” über “Vertrebrate Origins” zu den “Saurischian Dinosaurs” und runter in den 3rd floor in die “Akeley Hall of African Mammals”, den “New York State Mammals”, der riesigen “Sanford Hall of North American Birds” und dann den “Primates”.


Direkt nach den Primaten kommen die Indianer, ich weiss nicht, ob ich das komisch finden soll, aber irgendwie bemerke ich das. Wie bösartig mein Hirn gepolt ist, unterstelle ich doch damit den Amerikanern “Absicht”.


Was mir sehr gut gefällt ist, dass hier überall so kleine Wagen stehen mit netten Museumsmitarbeitern die den Schulklassen Dinge zum genauen Ansehen in die Hand geben und dazu etwas erklären.


In der “Margaret Mead Hall of Pacific People” stehen ganz viele der Stabpuppen, die Danny gesammelt hat.


Und weiter in den 1st floor in die “Spitzer Hall of Human Origins”. Die "Ross Hall of Meteorites" lädt mich auf eine kleine Pause ein und ich schaue mir ein Video über Meteoriten an. Ich bin wirklich manchmal ne Kanallie hat der Film über Meteoriten in einem Museum fast die gleiche Wirkung auf mich, wie ein Katastrophenfilm. Ich bin ein elender “Partypooper”.


Die “Guggenheim Hall of Minerals” beansprucht dann den grössten Teil meiner Zeit.


Es ist unglaublich, aber man darf hier sehr viel Dinge anfassen und deshalb stehe ich vor gigantischen Rauchquarzen und sehne mich nach etwas Glasreiniger und einem Putzlappen, weil diese strahlenden Schönheiten vollkommen verdetscht sind, was ihrer Schönheit nichts abtut, aber ich will die Fingerabdrücke da weghaben.

Ich drehe ab, die Mineralienausstellung ist der absolute Wahnsinn für jeden Mineralienfreund. Ich möchte hier einziehen, sie sind alle so wunderschön, so perfekt und riesig und und flipando flipando.


Manche sehen aus wie Modelle von Elfenburgen oder Tolkienlandschaften, andere strahlen durch ihre perfekt geschliffene Form. Ich wünschte ich hätte eine bessere Kamera und das Fotografiewissen um das alles einzufangen. Ich hab mich total hier verloren und versuche wie wild jeden Schaukasten zu fotografieren.


Die schönsten Turmaline, die ich je gesehen habe. Das ist überwältigend in Form, Farbe wahnsinn.

Mir fehlen die Worte um sowas zu beschreiben und ich ärgere mich, dass ich nicht Germanistik studiert habe. Hier bräuchte es einen Herrn Tolkien, das kann Jessi nur mit eigenen Augen erfassen und mit dem Herzen. Oh man ich bin total brainfucked, denn ausser “wunderschön” oder “oh” fällt mir nix mehr ein.


Ich reisse mich irgendwann los und gehe weiter in die “North West Coast Indians” und es ist halt einfach nur noch zum verstummen.


Auf jeden Floor gibt es Museumshops. Das finde ich irgendwie krass.


Die Hall of Biversity ist auch wieder wunderschön.


“Treat the earth well.

It was not given to you, by your parents,

it was loaned to you by your children.”



Es ist mittlerweile sehr spät und ich will noch mal ins “Whole Foods” um Abendessen für uns zu machen.

Als ich die 79th entlang laufe begreife ich was Julia meinte, als sie sagte: “Wenn du Uptown fährst wirst Du merken, wie sich auch die Leute verändern.” Es regnet ziemlich stark und gerade lief an mir eine super gutaussehende blonde Frau vorbei mit einem roten, edlen Wollmantel und ihr Weimaraner trug das dazu passende Regencape.

Mit der Metro geht's zurück, aber diesmal nur bis zum Unionsquare, damit ich nochmal in mein Einkaufsparadies gehen kann. Dieser cranky Lebensmittelladen ist meine Muse. Ich hatte schon ewig nicht mehr so eine Freude am kochen, naja ich koche hier ja auch für zwei, trotzdem. Julia und Julien haben einen Gasherd, das ist ein Traum. Weil ich unbedingt mit der Kocherei experimentieren will gibt es heute Abend eine Pilzpfanne mit Tofu in Zitronen-Dijonsenfsauce.

Julia muss länger arbeiten und Abends sind wir beide so platt. Das wir einfach nur Heimkino machen und uns "Suburban Girl" ansehen. Wir haben uns darauf geeinigt, nichts zu sehen wovon wir heulen müssen, weil wir sonst so verrotzt schlafen gehen und am nächsten Tag nicht mehr aus den Augen schauen können.






27.2.08 15:20

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