Der Sightseeing Sonntag

Das Wetter am Sonntag war wundervoll, ein perfekter Wintertag, wie man ihn sich wünscht, es war klirrend kalt aber die Sonne erstrahlte in ihrer vollsten Pracht.

Der perfekte erste Urlaubstag und da Julia nicht arbeiten musste, sind wir nach einem ausgedehnten Frühstück losgelaufen Richtung Brooklyn Bridge.

Zu allererst macht Julchen mich mit der hiesigen Metro bekannt.

Wer auch immer diese Stadt entworfen hat, hatte mit Sicherheit eine genausogute Orientierung wie ich und wollte deshalb anderen Menschen helfen, denen es genauso geht wie uns. Das Strassensystem ist Idiotensicher und seltsamerweise auch das Metrosystem. (Zumindest ist das mein erster Eindruck) Es wird sich zeigen, wenn ich heute das erste Mal alleine unterwegs bin.

Man zieht sich also eine Metrocard und egal wieviele Stationen man nimmt es kostet immer 2$. Das ist so toll! Die Metrocard zieht man durch den Schlitz und schon erhält man Zutritt in die stinkigen, dreckigen Metrotunnel. (Ich fühle mich sofort als wäre ich in Blade).

Anscheinend haben die Metroschlitze einen Tourierkennungsscan, denn als ich meine Karte fachmännisch durchziehen möchte, sagt die Anzeige: "Zu schnell", dann "zu langsam", "zu schnell", "zu langsam" und ich bin irgendwie peinlich berührt. "Verdammt, ich scheitere am Bahnfahren schon am Eingang." doch nachdem ich anscheinend lange genug die genaue Ziehgeschwindigkeit geübt habe, lässt mich die gemeine Drehtür endlich rein.

Ab zur Brooklyn Bridge!

Die Brooklyn Bridge schnürt mir den Hals zu als wir darüber laufen. Ein gigantisches Bauwerk. Wenn man darüberläuft spürt man das diese Brücke eine dramatische Geschichte hat. Welche erfahre ich erst später am Abend, als ich den Tag nochmal Revue passieren lasse und mir den Reiseführer zu den einzelnen Orten durchlese, aber sie ist wirklich unglaublich schön. Auf einmal überblickt man einen riesigen Teil der Stadt, unter Dir ist der East River und auf der linken Seite dann irgendwann kannst Du die Freiheitsstatue erkennen. Die Sonne lässt das ganze Zenario natürlich noch dramatisch schöner aussehen und als mein erster Blick auf die Freiheitsstatue fällt, fange ich an zu weinen. Ich weine einfach.

Bei all der Schimpferei über die Amis und wie dumm sie doch sind usw. und sofort verdränge ich doch einfach nur, in welcher Zeit ich aufgewachsen bin. In meiner Jugend war für uns alles toll, was aus Amerika kam. Mein Unterbewusstsein ist mit dem Gedanken, dass Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist unwiederruflich verknüpft und jetzt wo ich hier stehe und tatsächlich mit 28 Jahren die Freiheitsstatue das erste Mal mit meinen eigenen Augen sehen kann und dann noch in dieser Pracht muss ich einfach weinen. Ich bekomme einen winzig kleinen Einblick in das Gefühl warum man sie "Freiheitsstatue" genannt hat.

Ich bin da, ich bin in dem Land, das als ich noch ein Kind war, alles meiner Gedankenwelt beeinflusst hat. Coole Paula Abdul Videos, New Kids on the Block, Ghostbusters, Das A-Team, Aliens alles ein amerikanischer Traum, meine Kindheit. (Im Falle von Aliens wohl eher ein Alptraum, aber ich wollte ein Marine sein, aus ganzem Herzen).

Wir kommen also in den "Financial District" und sehen uns die Wall Street an und Ground 0. Ich verzichte darauf mir das Museum anzusehen, zumindest heute. Wenn man den riesigen Platz sieht, der da nun leer steht, bzw. die Baustelle, reicht das erstmal für den ersten Tag. Im South Street Square bzw. am Pier 17 kommen dann die wundervollen alten Museumsschiffe, die ich mir morgen nochmal genauer ansehen will. Union Square/Timessquare, wir haben viel gesehen an diesem ersten Tag, bzw. hat Julia mir viel gezeigt.

Im "Forever21" kaufe ich ganz schnell doch ein paar Klamotten ein. (Ja wirklich, ich war freiwillig Klamotten kaufen und habe bereits die erste Jeans, die ich anprobiert habe kaufen können. Ich habe nicht einmal weinen müssen und war auch nicht gestresst. Nach dem langen Tag gehen wir zum Burger Essen Abends ins "Corner Bistro" und ich bekomme meinen ersten richtig tollen, fleischigen "well done" Cheesburger mit French Fries.

Heute abend geht nur noch Couch! Da Julia und Julien im Wohnzimmer kein Fernseher haben und eigentlich sowieso nur Filme sehen, komme ich in den wundervollen Genuss des Heimkinos und wir schauen vor dem Einschlafen noch "Finding Neverland" wovon wir so sehr heulen müssen, dass Julia die ganze Nacht Kopfweh hat.

 

25.2.08 13:31

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