Ideen die durch New York entstanden sind

Ich habe eine Idee.

Ich denke ja immer dass man von allen Menschen profitieren kann. Wieso also nicht sich im Freundeskreis zusammenschliessen und Gewerberäume anmieten?

Was tagsüber ein Friseursalon ist, wird Abends eine Bar?

Das spart Miete, sorgt für Leben und Austausch.

In New York kam mir die Idee, weil wir in der Beauty Bar waren.

Die ist tagsüber kein Friseursalon mehr, sonder sieht nur so aus, aber warum nicht Geld sparen? Warum sollen soviele Geschäfte, nachts ungenutzt bleiben und vor allem unbelebt?

Das ist toter Raum.

Wäre doch toll, wenn die Zeil des Nachts nicht nur zum flanieren von versteckter Disco zur nächsten genutzt wird, sondern eine komplette Metarmorphose vollzieht und von der Einkaufsstrasse in die Erlebnisstrasse wechselt. Sicher, unsere Bürokratie würde uns wahrscheinlich einen Strich durch die Rechnung machen, bei dem Versuch, was tagsüber ein Friseursalon war Abends zu einer Bar zu machen, höchstwahrscheinlich wegen des Brandschutzes oder wegen der Versicherung. Auch das Interieur müsste angepasst werden, schliesslich müssten Scheren, Kämme und Fön Nachts diebstahlsicher und schnell verstaubar gemacht werden, aber das wäre doch nur eine grossartige Herausforderung für alle Designer.

So ähnlich kenne es Mädchen meines Alters doch noch von Barbie.

Naja, es ist eine Idee. Ich hab keinen Friseursalon und eine Bar möchte ich auch nicht eröffnen, aber die Idee gefiel mir.

Einfach weil ich es toll finde, wenn man Hand in Hand arbeitet, weil ich es toll finde wenn etwas eine Symbiose eingeht.

Alt und Jung, Reich und Arm, Schön und Hässlich jeder kann von jedem was lernen.

Die Mail mit der alles anfing

So meine Liebsten,
ich bin dann mal weg.
Morgen früh um 07:05 Uhr geht's los und morgen um 12:50 Uhr NY time bin ich bereits mit der Julia zum Mittagessen verabredet.
(Hamburger of course)
Da ich davon ausgehe, dick und fett zu werden,
nein ich habe es mir sogar vorgenommen
;-)
hoffe ich, dass ihr mich noch erkennt, wenn ich wieder komme,
oder noch wiedererkennen wollt.
Mein eigentlicher Plan ist es dort jeden Tag zu Auditions zu gehen und entdeckt zu werden,
dann komme ich mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht wieder,
aber ihr könnt mich dann nächstes Jahr bei den Oskars bewundern,
(oder sie weisen mich in eine Klappse ein) dann dauert das auch mit dem Wiedersehen.
Mein Plan B war es mir einen der Promis zu krallen und zu heiraten,
dann komme ich mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nicht wieder.
(oder er heiratet mich nicht) dann bin ich ziemlich schnell wieder schwanger da
und sammele Alimente, dann können wir hier fette Poolpartys feiern.
Mein Plan C war es solange lauthals singend vor der Metropolitan Oper zu stehen
bis sie mich engagieren, dann komme ich mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nicht wieder.
(oder aus dem Land werfen) dann bin ich ziemlich schnell wieder da.
Aber wenn ich mal ehrlich bin, stehen oben in der Empfängerleiste ziemlich viele gute Gründe,
warum ich auch einfach wieder zurückkommen werde.
Wer weiss schon wen die Zukunft für mich bereit hält.
Habe ich wen gesagt? Ich meinte was!
;-)
Wir sehen uns im März wieder
Alles Liebe Jessi

American Museum of Natural History

American Museum of Natural History


Da ich meinen Kuli zu Hause vergessen habe, kaufe ich mir notgedrungen einen im AMNH.

Die kosten hier 4.28 $ und deshalb entschliesse ich mich natürlich den schönsten ausszusuchen.

Ich hab jetzt einen pinken mit nem kleinen Dinosaurieraquarium hinten dran, wo ein kleiner Tyrannosaurus gefährlich hin und her rennt, je nach dem wie man den Kuli hält.


Ich bin mit der 6 vom Astor Place uptown bis zur 77ten gefahren und den Rest gelaufen.

Mein erstes Mal “Central Park” live und sogar fast in Farbe, leider ist das Wetter so scheisse, dass ich es nicht geniessen kann, aber das macht mir garnichts. Meinen ersten Squirrel Freund lerne ich auch kennen. Süss sind die kleinen frechen Kerlchen.


Ich bin ja eigentlich kein Freund von Plänen und Struktur, aber da hier in Amerika ja irgendwie alles mindestens fünfmal so dimensional ist, wie bei uns,versuche ich mich an der Karte des Museums zu orientieren.


Ich alleine, tagsüber im Museum.

Das ist so toll, so angenehm. Ich kann überall so lange bleiben wie ich mag und muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn mich ein Teil überhaupt nicht interessiert.

Mir fällt auf, dass ich zu Hause gerne Dinge abharke ohne bewusst dabei zu sein, aber jetzt wo ich Urlaub habe, fällt mir das auf einmal ganz leicht. Ich mache mir bewusst: Kind du hast den ganzen Tag hier, also mach was Du möchtest.


Also starte ich im 2nd floor in der “Akeley Hall of African Mammals” wo ich mir die vielen lustigen Masken uns Skulpturen ansehe und mal schauen will, ob ich ein Ebenbild der kleinen Skulptur finde, die ich im Wohnzimmer stehen habe.


Die perspektivischen Zeichnungen in den Schaukästen sind wundervoll. Wenn ich zuviel Geld hätte würde ich mir auch so einen Guckkasten bauen lassen, mit einer schönen Fantasywelt mit Einhörnern und Elfen zum Träumen. Das ist eh besser als Fernsehen.


Manche der Kästen erinnern mich ein bisschen an die Suchbilder aus der “Hörzu”. Laut der Anzeige im “Birds of the Congo Forest” sollen 51 verschiedene ausgestopfte Vögelchen zu sehen sein, aber ich sehe gerade mal 20 beim ersten Hingucker.


Die “Stout Hall of Asien People” ist riesig. So einen Teil gibt es im Senkenberg Museum überhaupt nicht.


Man kann allem etwas positives abgewinnen, sogar verstorbenen Freunden und Angehörigen.

Und seit ich hier in dem Asien Teil bin gehe ich also Hand in Hand mit Danny durch das Museum und bin einfach nur glücklich. Wir schauen uns die filigran bestickten Kostüme an, die uralten Tambouras, Saruds und Richaks, die Teppiche und ich muss lachen, weil einige Schaufenster sehr aussehen, wie Dannys Wohnung.


Ich merke wie ich immer öfter versuche alles gesehene mit der Kamera festzuhalten.


Bianci ! Hier ist ein riesiger Teil mit wunderschönen Tangkas. Überhaupt ist der Tibetteil mit besonders schönen Dingen bestückt. Alles ist wunderschön. Mir fällt irgendwie kein anderes Wort dafür ein.


Über die Halle der “Asien Mammals” geht es dann hoch in den 3rd floor. Da ich die Karte falsch gelesen habe, dachte ich bis zu diesem Zeitpunkt, das Museum hätte 2 Stockwerke.


Yo Jessi! 2 Stockwerke in Amerika. Da man die Karte aber rumdrehen kann entdecke ich durch Zufall, dass das Museum 4. Stockwerke hat und ich werde ganz nervös bei dem Gedanken, dass noch viel mehr Schönes kommen wird.


Also 3rd floor “Reptiles and Amphibians”.


In einem Schaukasten ist ein Model aufgebaut “How to get bitten by a snake”, bei dem Anblick darüber muss ich irgendwie innerlich grinsen. Die Amis, süss sind sie. Ja mittlerweile sage ich ganz liebevoll: “Süss sind die” und nichtmehr “Die spinnen die Amis” man kann sagen was man will, dieses Museum haben sie mehr als ästhetisch gestaltet, so dass man einfach gerne durchgeht und nochmehr sehen will.


Mir kommt der Gedanke doch mal etwas systematisch zu machen also nutze ich die Chance und gehe in den 4th floor um von oben nach unten weiterzugehen.


Und schwuppdiwupp bin ich im 4th floor “Ornithischian Dinosaurs”, dann “Primitive Mammals” und “Milstein Hall of Advanced Mammals” und ich sehe eine Oase.


Da vorne ist das “Water Café” und für mich ist es Zeit für eine Mittagspause.


Wir hatten heute morgen kein Brot mehr, weshalb ich mir keinen Sandwich eingepackt habe, so wie ich es eigentlich vor hatte, also esse ich einen “American Cheese Sandwich” und trinke eine "Diet Coke".


Mir fällt auf, dass viele von den Amis Chips zu ihrem Sandwiches essen. Entweder sie legen sie auf ihre Sandwiches drauf oder essen sie dazu, oder aber sie essen einfach nur Chips, naja aber Hauptsache “diet coke”. Moment mal, wir hauen uns die Chips rein, nachdem wir gegessen haben? Das ist viel dümmer, denn man könnte das ja dann fast schon als drei Mahlzeiten rechnen und so haben die nur eine, zumindest wenn sie sie als Lunch pur essen.


Durch den “Wallach Orientation Center” über “Vertrebrate Origins” zu den “Saurischian Dinosaurs” und runter in den 3rd floor in die “Akeley Hall of African Mammals”, den “New York State Mammals”, der riesigen “Sanford Hall of North American Birds” und dann den “Primates”.


Direkt nach den Primaten kommen die Indianer, ich weiss nicht, ob ich das komisch finden soll, aber irgendwie bemerke ich das. Wie bösartig mein Hirn gepolt ist, unterstelle ich doch damit den Amerikanern “Absicht”.


Was mir sehr gut gefällt ist, dass hier überall so kleine Wagen stehen mit netten Museumsmitarbeitern die den Schulklassen Dinge zum genauen Ansehen in die Hand geben und dazu etwas erklären.


In der “Margaret Mead Hall of Pacific People” stehen ganz viele der Stabpuppen, die Danny gesammelt hat.


Und weiter in den 1st floor in die “Spitzer Hall of Human Origins”. Die "Ross Hall of Meteorites" lädt mich auf eine kleine Pause ein und ich schaue mir ein Video über Meteoriten an. Ich bin wirklich manchmal ne Kanallie hat der Film über Meteoriten in einem Museum fast die gleiche Wirkung auf mich, wie ein Katastrophenfilm. Ich bin ein elender “Partypooper”.


Die “Guggenheim Hall of Minerals” beansprucht dann den grössten Teil meiner Zeit.


Es ist unglaublich, aber man darf hier sehr viel Dinge anfassen und deshalb stehe ich vor gigantischen Rauchquarzen und sehne mich nach etwas Glasreiniger und einem Putzlappen, weil diese strahlenden Schönheiten vollkommen verdetscht sind, was ihrer Schönheit nichts abtut, aber ich will die Fingerabdrücke da weghaben.

Ich drehe ab, die Mineralienausstellung ist der absolute Wahnsinn für jeden Mineralienfreund. Ich möchte hier einziehen, sie sind alle so wunderschön, so perfekt und riesig und und flipando flipando.


Manche sehen aus wie Modelle von Elfenburgen oder Tolkienlandschaften, andere strahlen durch ihre perfekt geschliffene Form. Ich wünschte ich hätte eine bessere Kamera und das Fotografiewissen um das alles einzufangen. Ich hab mich total hier verloren und versuche wie wild jeden Schaukasten zu fotografieren.


Die schönsten Turmaline, die ich je gesehen habe. Das ist überwältigend in Form, Farbe wahnsinn.

Mir fehlen die Worte um sowas zu beschreiben und ich ärgere mich, dass ich nicht Germanistik studiert habe. Hier bräuchte es einen Herrn Tolkien, das kann Jessi nur mit eigenen Augen erfassen und mit dem Herzen. Oh man ich bin total brainfucked, denn ausser “wunderschön” oder “oh” fällt mir nix mehr ein.


Ich reisse mich irgendwann los und gehe weiter in die “North West Coast Indians” und es ist halt einfach nur noch zum verstummen.


Auf jeden Floor gibt es Museumshops. Das finde ich irgendwie krass.


Die Hall of Biversity ist auch wieder wunderschön.


“Treat the earth well.

It was not given to you, by your parents,

it was loaned to you by your children.”



Es ist mittlerweile sehr spät und ich will noch mal ins “Whole Foods” um Abendessen für uns zu machen.

Als ich die 79th entlang laufe begreife ich was Julia meinte, als sie sagte: “Wenn du Uptown fährst wirst Du merken, wie sich auch die Leute verändern.” Es regnet ziemlich stark und gerade lief an mir eine super gutaussehende blonde Frau vorbei mit einem roten, edlen Wollmantel und ihr Weimaraner trug das dazu passende Regencape.

Mit der Metro geht's zurück, aber diesmal nur bis zum Unionsquare, damit ich nochmal in mein Einkaufsparadies gehen kann. Dieser cranky Lebensmittelladen ist meine Muse. Ich hatte schon ewig nicht mehr so eine Freude am kochen, naja ich koche hier ja auch für zwei, trotzdem. Julia und Julien haben einen Gasherd, das ist ein Traum. Weil ich unbedingt mit der Kocherei experimentieren will gibt es heute Abend eine Pilzpfanne mit Tofu in Zitronen-Dijonsenfsauce.

Julia muss länger arbeiten und Abends sind wir beide so platt. Das wir einfach nur Heimkino machen und uns "Suburban Girl" ansehen. Wir haben uns darauf geeinigt, nichts zu sehen wovon wir heulen müssen, weil wir sonst so verrotzt schlafen gehen und am nächsten Tag nicht mehr aus den Augen schauen können.






The Cloister

"It doesn't matter what paper you read, it's language or viewpoints. Put it in a trash can, that's good news for everyone."

 

Heute bin ich mal etwas mutiger und suche die Bahnlinie 1, weil ich mir "The Cloisters" ansehen will. Dazu muss ich von der 14th bis zur 191th fahren. Es ist für mich, als würde ich jeden Tag aufs neue eine Schatzsuche bestreiten, nur dass ich hier tatsächlich Erfolg habe. Die Manhattan-Map ist meine Schatzkarte die Strassen und Avenues meine Koordinaten und ab geht's ins Abenteuer.

Ich bin so voller Lebensfreude, dass ich mir morgens immer richtig viel Zeit nehme zum hübsch machen und überlege sogal mal was ich denn anziehen könnte, also halt so länger drüber nach. Ausserdem bin ich in herrlichster Shoppinglaune, weil mir die Klamotten hier alle so superschön vorkommen. Ich gehe hier in Läden, die ich in Frankfurt niemals betreten würde, aber all diese verrückten bunten Shirts, Caps und Boots mit den bunten Prints sind in Deutschland nunmal schweineteure Markensachen und da gebe ich mein Geld lieber für andere Dinge aus. Ich hab ja eh keinen Mann der sich darüber freut, wenn ich hübsch anzusehen bin und ich selbst weiss ja wie ich aussehen kann. Hier ist das anders.

Ich habe Zeit, ich habe Urlaub ich hatte einen Fensterplatz und deshalb bin ich "openminded" genug um zu shoppen und das Mädel im Spiegel strahlt mich an und sieht einfach nur super aus. Ich bin sogar "openminded" genug, um ganz einfach, ganz frech und bewusst Anglizismen zu benutzen. HAHAHA!!!! Ich Revoluzzer.

Nach längerem Nachdenken empfinde ich Frankfurt jetzt als arrogant. Wenn Du Dich da als Fremder zurechtfinden willst, egal ob mit der Bahn oder zu Fuss musst Du ganz viel Insiderwissen haben. Hier brauchst Du nur die Steet und die Ave. und ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht. Ich bin nichtmal beim Bahnfahren nervös, weil ich immer weiss wo ich bin. Ab der 125th fährt die 1 uptown sogar überirdisch. Ist das toll!

Und prompt wird meiner Euphorie ein ordentlicher Dämpfer verpasst und ich fühle mich wie bei meinem Online Rollenspiel "World of Warcraft" auf der Karte hätte ich genau hier links abbiegen müssen, aber stattdessen ist da einfach ein fetter Felsen mitten in der Stadt und ein gemeines, grünes 91th street Schild, dass auch noch gehässiger Weise in die Richtung zeigt, in die ich wollte grinst mich an. Unverschämt! Auf der Karte sah es aus als wäre da der Park, von den Felsen steht da nix, aber weiter geht's, ich will ja ins Kloster, also einfach einmal 4 Blöcke um den Felsen herum.

Ich schlucke schon etwas bei den 20$ Eintritt und meinen Kuli darf ich da auch nicht drin benutzen. Ich werde mich hüten und mir jetzt auch noch einen "The Cloisters" Bleistift für 4$ zu kaufen. Da schreibe ich lieber die nächste Zeit mal nix.

Es ist eine schöne "Patchwork"-Anlage. In einem Raum unterhalte ich mich nett mit der Museumswärterin, die mir lachend erzählt, dass ein junges Mädchen am Vormittag verzweifelt nach Gemälden aus dem 20ten Jahrhundert gesucht habe, weil ihre Lehrer ihr gesagt hätten, "The Cloister" wäre eine gute Anlaufstelle für Kunst und wir lachen gemeinsam über die Anekdote. Auch wenn sie es nicht auf Dich beziehen, oder ernst meinen, sie sind richtig nett die Amis. Bisher komme ich mir wirklich überall willkommen vor.

Auf dem Heimweg will ich nochmal durch den Theaterdistrict laufen.

Ein kleines bildhübsches dunkelhäutiges Mädchen quasselt während der Rückfahrt fröhlich vor sich hin und ihr Vater ist sichtlich müde. Neben ihr sitzt ein junger Kerl und wir fangen gemeinsam an zu lachen, weil die kleine so süss frech ist und uns lustige Geschichte über ihren Teddy erzählt.

Hey Anika ich habe den cranky Colonymusic Notenshop gefunden.

Er ist wirklich unglaublich toll.

Moni ich hab hier was für dich gekauft. Es gibt keine Mitbringsel, ich werde nicht rumlaufen und darüber grübeln, was ich wem mitbringe! Ich habe Urlaub! Aber, wenn ich etwas sehe, von dem ich denke das passt so gut und das gibt es bei uns nicht, dann muss ich es mitbringen. Also Moni!! spann Deinen Bogen Du bekommst zu tun, wenn ich wieder da bin. ;-) Ich hoffe ich entschädige Dich damit und die geplatzten V.I.P David Bowie Karten sind damit Vergangenheit.

Ich suche noch schnell das "Wicked" Musical und checke schnell Preise und Zeiten für "The Lion King" und da muss ich durch eine riesige Meute von Fotografen durch, die die Eingangstür des "Marriot" belagern. Sie schauen mich irgendwie komisch an, so als würden sie überlegen, ob es sich lohnt von mir ein Foto zu machen, da fällt mir auf, dass ich die Sonnenbrille noch runtergeklappt habe. Peinlich! Als würde ich hier auf grosser Star machen wollen.

Da ich die hohen Stiefel anhatte und müde bin fahre ich noch ein Stück Metro und steigen dann etwas zu weit unten aus, weil ich doch so gerne noch nach den Boots von "Sugar" sehen will.

Ich ergattere ein Paar und bin sehr glücklich, jetzt nur noch die anderen 2 und alles ist super. Heute Abend treffen wir ne Bekannte von Julia in einem Café, das Mädel lebt jetzt auch hier in NY kommt aber ursprünglich aus Bad Homburg und ist mit uns zur Schule gegangen, deshalb hab ich mich entschieden, zu Hause ne kleine Pause einzulegen um etwas auszuruhen, ausserdem hatte ich ne falsche Jacke an und es ist wieder arschkalt geworden.

Also Heim, umziehen und kurz vorm Einnicken wieder aufstehen und los ins "Grey Dog Brand Café" und ich freue mich auf meinen Burger. Soviel Fleisch esse ich sonst in drei Monaten nicht. Naja, ich hab Urlaub. Die Einrichtungen von den Cafés hier sind herrlich, irgendwie erinnern sie an Wohnzimmer oder sowas, nein sie erinnern an Industriehallenwohnzimmer. Ich liebe doch Industriehallen, mein Kindheitstraum seit dem Film "Cinderella 87" oh !joder! ich bin vielleicht alt.

Der Abend mit Trini und Julia ist superlustig, weil wir alte Schulzeitgeschichten auspacken und die beiden über ihre Erlebnisse mit den Kulturunterschieden erzählen.

 

Metro

In der Metro ist es toll. Hier trifft man immer auf kuriose Leute. Vor mir sitz ein Mann mit einem riesigen Ochsenring durch die Nase, ansonstens sieht er aber eher unscheinbar aus, bis auf die gelbe Regenjacke, die mich an Paddington Bär erinnert und was macht der junge Mann in der Metro? Er strickt. Neben ihm sitzt ein orthodoxer Jude, der seinen Hut feinst säuberlich in eine Einkaufstüte gepackt hat, so dass es aussieht, als trage er einen Plastiktüten Hut.

Ha und sogar hier, werde ich von eurer nervigen "Gender-Diskussion" erwischt. Mir fällt auf, dass die Informationen während der Fahrt immer von einer freundlichen Damenstimme angemerkt werden, der Warnhinweis, dass man von der Tür wegbleiben soll allerdings wird von einem sehr väterlich klingenden Mann gerufen: "Stand clear from the closing doors!"

Jawohl! Wenn der Papa was sagt, dann wird das gemacht. 

 

 

Jahrmarktgeruch

Wenn ich in Zukunft in Deutschland auf einen Jahrmarkt gehe, werde ich nie wieder so auf einen Jahrmarkt gehen können, wie in der Zeit bevor ich New York kennengelernt habe.

Wenn man hier durch die Strassen geht und an bestimmten Stellen die Augen schliesst, könnte man meinen man wäre auf der Dippemess. An vielen Ecken stehen kleine Büdchen an denen sie gebrannte Mandeln verkaufen und dieser typische Duft steigt mir sofort in die Nase  und mein Hirn bildet die Brücke "Jahrmarkt" im Hintergrund hört man die Sirenen der Polizei und Feuerwehr, die so klingen wie die merkwürdigen Geräusche, die die grossen Knöpfe an den Kinderkarussels immer von sich geben und wenn es nicht nach gebrannten Mandeln riecht, oder klingt wie ein Kinderkarussel riecht es nach gebratenem Gyros. Ich finde es riecht wie Gyros. Hier sind überall so Fleischbüdchen ich glaube sie heissen "Halal" oder so die gewürztes Fleisch verkaufen. Im Prinzip sowas wie unsere Dönerbuden nur auf Rädern.

New York ist ein riesiger Rummelplatz.  

Da bin ich

So, ich bin also tatsächlich angekommen in New York.

Der Flug mit den Italieniern war eigentlich ganz o.k. Nach dem ich erkannt habe, dass mein Budget wohl eher ein via als ein direkter Flug werden würde, habe ich mich innerlich schon mit dem Gedanken angefreundet, dass es zu Verzögerungen kommen kann.  Italiener sind da halt doch so wie wir Spanier, man hat ja Zeit, es wird schon alles gehen. Eigentlich war ich bei meinem Frankfurt - Mailand Flug mal wieder kurz davor war ganz unreflektiert durchzudrehen, schliesslich wurde sofort nach dem Einsteigen erklärt, dass wir ca. 1 Stunde Verspätung haben würden und das ganze musste ich auch noch auf Italienisch verstehen, weil deren Englisch so gruselig ist, dass ich es tatsächlich besser vom Spanischen herleiten, als denn vom Englischen Übersetzen kann, aber ich hab ja viel gelernt in den letzten Wochen, vom Herrn Fromm und vom Herrn Buddha, also habe ich mir einfach mal klar gemacht: Hey Jessi, Du sitzt jetzt hier im Flieger, alles was in Deiner Zuständigkeit lag, hast Du erfüllt, lass es einfach auf Dich zukommen und prompt hatte mein Urlaub begonnen.

Fliegen ist wundervoll. Ich wage ja zu behaupten, dass Menschen die von sich aus Fensterplätze wählen die toleranteren sind. Meine Behauptung geht sogar soweit, dass ich sage: Wäre Columbus nach Amerika geflogen (Fensterplatz natürlich) hätte er die Indianer friedlich in den Arm genommen und sie als ebenbürtige Menschen erkannt.

In dem Moment, wo man über den Wolken ankommt, erweitert man seinen Horizont, die Augen nehmen diese unendliche Weite wahr und man selbst registriert, wie klein und unwichtig man ist, hat sogar Reinhard May schon besungen. Ich glaube das programmiert etwas in unserem Hirn. In der Meditation macht man solche Horizontsvisualisierungen, wenn man vor grossen Entscheidungen steht, um unvoreingenommen und frei an den Denkprozess heranzugehen.

Und wegen der Fensterplätze gibt es auch so viele Deutsche Pauschaltouristen, die auf einmal denken: Die Spanier sind viel netter und aufgeschlossener, dabei sind sie, es die auf einmal netter und aufgeschlossener sind und all das nur wegen eines Fensterplatzes.

 

Ab ans Fenster Augen und Herz auf und alles wird gut. 

Aber weiter im Text. Ich sitze zwischen sehr netten Italieniern, die mich während meines Fluges aber nicht weiter interessieren. Bis ich begriffen habe, dass ich einen eigenen Bildschirm in meinem Sitz habe, vergeht erstmal einige Zeit, aber dann eröffnet sich mir die volle Welt des Multimedia. Ich schaue mir zuerst "Stardust" an und muss die ganze Zeit die Tränen einhalten, weil ich doch sowieso so ein Fantasiefreak bin und durch  meine erste U.S.A Reise megaemotional, danach gibts "Jane Austen Club" und ich halte noch immer die Tränen zurück, damit ich nicht doch noch im Flieger anfange zu heulen, sehe ich zum Schluss Transformers und schlummere dann noch eine Weile.

In New York angekommen kann ich es eigentlich noch immer nicht glauben, dass das real sein soll und das ich jetzt hier bin. Das erste was mir auffällt sind die Autos. Hier fahren überall Ramons rum. Lustig ist das.

Und dann fahren wir näher an die Innenstadt heran und ich denke: "Wat is dat denn hier? Wieso ist da so ein riesiger Wald? Peinlicherweise ist der riesige Wald ein Friedhof so gross wie, so gross wie....gross...riesig. Der ist so gross wie eine Stadt. Unglaublich.

Mein erster Eindruck von New York ist, dass es gross ist, grob und mit sehr viel Charme, jetzt haben wir halb zehn und gehen gleich noch aus.

Hey Moni und Sven ich war vorhin in einem Halloweenladen ihr wärd abgedreht da drin. Da gab es Facehugger, die Masken von Planet der Affen, ach es gab da alles einfach alles, ich muss davon Fotos machen, der Laden ist riesig.

So und jetzt müssen wir uns fertig machen. Es geht in eine Bar! 

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